Wir haben es gewagt und sind nun doch weiter gezogen. Und zwar 150m auf die andere Platzseite. Ein Perspektivwechsel der uns neben der windstilleren und dadurch wärmeren Seite auch ein Gefühl von „neu“ vermittelt.
Ebenfalls mit Blick auf das Meer Und nah am Waschaus.
Ansonsten nix neues. Der gewohnte Ablauf mit Mittagsspaziergang an unseren wilden Lieblingsstrand. Das tolle: keine Menschenseele auf dem Weg dorthin und auch weit und breit niemand am Strand.
Das graue Wetter trübt uns nicht die Stimmung und Unternehmenslust. Hauptsache es regnet nicht groß.
Die Situation in Spanien und bei uns auf dem Campingplatz ist nach wie vor quasi unverändert. Hier und da reist mal wieder einer ab, hinzu kommt keiner, da die Plätze immernoch geschlossen sind. Beim täglichen spazieren entdeckt man hin und wieder vereinzelt Wohnmobile und Gespanne in den vereinsamten Gassen zwischen den Ferienwohnungen, die sich auf der Durchreise einen sicheren Platz für die Nacht suchen. Ein Gerücht macht derzeit die Runde, dass Spanien am 26. alles schließen möchte und uns so zur Heimreise zwingen würde. Wir halten uns an die Anweisung unseres Campingplatzbetreibers, der uns versprochen hat bescheid zu geben, sollte sich die Situation für uns ändern. Bedeutet für uns, weiter die Füße still halten und weiter so gut es eben geht die Sonne, das Meer, Speis und Trank und uns selbst zu genießen. Das klappt bis jetzt ganz gut 😉 Wir fühlen und noch wohl und uns geht gehts gut.
Weil sich die Tage im Prinzip alle ähneln, möchten wir euch heute einen Einblick in unseren Alltag schenken. Es folgen nun viele Bilder der letzten Tage, chronologisch, exemplarisch am Ablauf eines Tags.
Morgenrunde mit Max und Lotte
Wir halten uns einigermaßen an die verhängte Ausgangssperre und beschränken uns auf eine Runde über den Strand am hinteren Ende des Platzes, entlang der Straße neben dem Campingplatz und durch den Haupteingang wieder zurück zum Camper. Jeden Morgen gibt es den ersten kleinen Snack für Lottchen mit Blick aufs Meer und die aufgehende Sonne, für Papa einen Kaffee.
Frühstück
Auf einem Bein kann man bekanntlich nicht stehen und ein kleiner Getreidekringel bringt noch lange nicht die Energie, die unserer Keine für den Tag braucht. Zudem, sollte man einen zweiten Kaffee anwenden um den Rest Schlaf aus den Augen zu bekommen.
Für Lottchen gibt es Muse-Baguette und Frucht wenn grad was feines da ist. Anne hält sich da lieber an Nutella, ich an Wurst.
Mittach – Bubu
Wer viel isst, wird auch gern mal Müde. Zudem sind Spielen, Stehübungen am Fenster und Krabbel-Training auch kein Kinderspiel. Für Lottchen wirds Zeit für einen kleinen Vormittagsschlaf. Ich nutze diese meist mit schnitzen und Dinge von A nach B tun, Anne mit Lesen und wir im Wechsel mit der „notwendigen“ Hygiene.
Mittachessen
Weil Schlafen wiederum hungrig macht, klingelt um 12 auch schon das Glöckchen zum Mittagstisch. Hier stellen wir uns noch nicht wirklich geschickt an. Der übliche Mittagsbrei blieb schon einige Zeit her auf der Strecke. Nun wird gekocht was Erwachenenessen schon ziemlich nah kommt. Gut an kommt es jedoch nicht immer. Wir versuchen und in Kartoffel, Karotte, Nudeln mit Tomatensoße, Süßkartoffeln, Reis… Alles in einem Zwischenstadium von Brei und Ursprungsagregatzustand.
Mittagsrunde – Entdeckerzeit
Unser Radius ist leider sehr begrenzt, dennoch lassen sich auch auf mehrfach gegangenen Wegen ständig neue Dinge entdecken. Meist verläuft unsere Runde einmal ums Karree des Platzes zu einem weiteren Stück Strand. Weil keiner unterwegs sein darf haben wir dort entsprechen unsere Ruhe. Oder wir laufen weg vom Meer in Richtung Landwirschaft, zwischen Oliven- und Maulbeerbäumen, durch Minze- und Petersiliefelder.
In den meisten Fällen, ohne dass man es wirklich mitbekommt, dehnen sich unsere Ausflüge trotzdem gen Nachmittag. Gut und gerne kann es da schonmal 15-16 Uhr werden, bis wir zurück am Camper sind. Dort verbringen wir die Zeit, zum Glück meist in der Sonne, vor dem Camper, spielen mit Lottchen, jagen Max noch über die leeren Stellplätze, gönnen uns ein Bierchen und ein Glas Wein und bereiten langsam das Abendessen vor. Bisher können wir uns kulinarisch nicht beschweren. Auch heute – ich bin dran mit Einkauf – werden wir uns was gönnen. Geplant sind Muscheln und Scampi vom Grill. Drückt die Daumen, dass kein Hamster vor mir da war und die Frischetheke geplündert hat. Ich nehme jetzt die Bestellungen der Nachbarn auf (so wird das hier im Wechsel gehandhabt) und mach mich auf das kleine Abenteuer „Einkauf“.
… und schon wieder zurück. Einkauf lief problemlos… Es scheint als würden die Spanier ordentlich Disziplin beweisen. Volle Regale, leere Gänge, Abstand zwischen den Einkäufern. Lediglich die Fischfrischtheke war etwas mager. Aber es sei ihnen verziehen 😉 Heute gibt es frischen Lachs
Weiter im Text…
Unser Abend
Wir kochen sowohl drinnen als auch draußen auf unserer mobilen Outdoor-Küche. Seht her
Wieviele Tage wir das noch wiederholen dürfen ist noch unklar. Kurz haben wir überlegt, den Heimweg anzutreten. Irgendwie fällt es uns jedoch noch schwer. Daher werden wir erst mal weiter bleiben…
heute hast du es geschafft, du konntest loslassen und gehen. In gewisser Weise freue ich mich für dich. Ich weiß ja, dass du bereits mit 80 Jahren gehen wolltest. „Älter muss ich nicht werden„ hast du immer gesagt. „Ich hab schon alles erlebt. Brauch nix mehr.“ Das ist nun 9 Jahre her. Zum Glück bist du damals noch nicht gegangen, denn sonst wärst du nicht an Mani und meiner Hochzeit dabei gewesen. Und du hättest Lotte nicht mehr kennengelernt. Danke, dass ich das noch mit dir teilen durfte. Nun sitze ich irgendwo in Spanien und denke fest an dich. Du bist nun ein wichtiger Teil unserer Reise geworden, so wie du es schon immer in meinem Leben warst. Danke. Danke für all die schönen Momente mit Dir. Ich trinke einen Sekt auf dich. Wären wir jetzt zusammen, würden wir den Sekt gemeinsam genießen, vor Grossvatis und deinem Haus, auf der Terrasse. Zum Wohl!
Uns ereilen die letzten Tage und Stunden viele Nachfragen von zu Hause. Wie es uns so geht, wie sich die Corona-Maßnahmen in Spanien derzeit gestalten, wie es bei uns weiter geht oder ob wir Hilfe von zu Hause benötigen… VIELEN LIEBEN DANK dass ihr euch um uns sorgt. Wir sind alle wohl auf!
Heute ist es leider nicht nur das Virus das uns ausbremst, sondern auch das Wetter. Geschlossene Wolkendecke, regen und das Mittelmeer zeigt zur Abwechslung auch mal Zähne.
Unsere Situation derzeit: Die Campingplätze in Spanien sind alle geschlossen. Weiterfahren, unserem Ziel Portugal entgegen, ist erstmal nicht. Nach Hause fahren ist derzeit auch noch keine Option. Obwohl die Grenzen nach Frankreich und Deutschland geöffnet scheinen, werden auch dort die Campingplätze keinen Gast aufnehmen. Da es im Moment noch nicht notwendig ist, wollen wir uns, vor allem Lotte, die Monsteretappe von knapp 1500 km in die Heimat ersparen.
Wir harren der Dinge – werden gut und viel kochen, lecker Speisen und Getränke haben wir genug. In diesem Sinne, bleibt alle gesund, haltet die Füße still, genießt die uns auferlegte Auszeit und macht wie wir, das beste draus!
Bereits mehrere Tage haben wir nun schon auf dem Campingplatz am Meer Oasis Mare verbracht. Heute wollten wir eigentlich gen Saragossa ins Landesinnere Richtung Portugal aufbrechen. Aber wie war das nochmal mit „das Leben ist das was passiert, während man…“?
Die Grenze Frankreich zu Spanien wurde geschlossen. Keiner darf mehr nach Spanien einreisen. Auch unser Campingplatz hat zu gemacht. Keiner wird mehr aufgenommen. Zum Glück dürfen aber alle bleiben, die bereits da sind. Viele sind jedoch heute morgen noch schnell aufgebrochen, um es irgendwie wieder nach D, GB oder NL zu schaffen. Wir sind mit Lottchen nicht ganz so flexibel. Weiterfahren ist zu riskant. Zurück ist auch keine Option bei unseren Etappen-Happen. Daher haben wir uns entschieden, einfach mal da zu bleiben wo wir sind und der Dinge zu harren. Was das bedeutet? Wir werden sehen. Keiner kann aktuell sicher sagen wie es kommen wird. Bisschen Zeit bringen wir ja zum Glück mit.
Was sonst noch passiert ist? Kleine Wanderung auf Mare de Déu de la Roca de Mont-roig, Ausflug zu Decathlon, Aufenthalte am Meer mit nackigen Füßen.
siehe da, wer schaut da über den Zarges-Rand. Unsere kleine Maus hat sich heute, sichtlich stolz, einen gewaltigen Schritt nach oben katapultiert. Wo ein Wille da ein Hoch. Gut gemacht kleine Abenteurerin, wir sind genauso stolz!
In Cambrils angekommen, gab es eine große Überraschung für Lotte: Omi und Opi. Der erste Blick aus dem Fenster bei der Anfahrt war noch kritisch interessiert. Dann hat es plötzlich „Bing“ gemacht und Lottes Gesicht wandelte sich in ein einziges Grinsen. Hopps, hopps, hopps und ab auf den Arm. Wie schön solche Freude auf beiden Seiten zu sehen.
Leider beschränkte sich das Treffen auf einen einzigen halben Tag, da Omi und Opi ihre Reise frühzeitig abbrechen mussten. Der Grund: Lottes Uromi geht es aktuell nicht sehr gut. Die ganze Familie ist sehr besorgt. Heute Morgen in der Früh sind sie abgereist und werden vermutlich bis Deutschland durchfahren. Ein traurigen Gefühl verbleibt bei uns. Denn wir wissen nicht ob Lottes Uromi und mein Omchen unsere Reise überleben wird 😢…
Ursprünglich hatte wir die 4. Etappe als eine kürzere geplant, nur näher an die spanische Grenze zu kommen. Planänderung brachte dann die erste Sicht aufs Mittelmeer bei Sete. Kurzer Check auf die Rückbank, Lottchen schläft… überredet!
Statt Station im französischen Sigean zu machen und von dort das Meer nur zu vermuten, sind wir bei Sonnenschein und 19° im spanischen L‘Estartit gestrandet. Kaum 800 m vom Meer entfernt, nahe diesem kleinen ehemaligen Fischerdorfs und heutigem Tourismus Hotelbunker Wahnsinn.
Gestern, 09.03., gesellte sich zum Sonnenschein ein ordentlicher Sturm. Mistral nennt man das wohl in anderen, nicht alle zu weit entfernten Regionen. Egal: Spanien, L‘Estartit, Strand und Meer wollen erkundet sein. Lottes erster Besuch am Meer…
… und ihr erster ordentlicher Besuch im Restaurant. Für Mama und Papa gab es eines der angepriesenen Mittagsmenüs, für Lottchen eine Banane, eine Reiswaffel und Brot. Man könnte sagen, unser erstes richtiges gemeinsames Mahl an einem Tisch.
Zurück am Campingplatz waren leider die Spuren des Windes anzutreffen. Die Alustange vom Tarp hat es erwischt. Sie musste sich den Kräften beugen….
Zur Belohnung dieses, schönen aber auch durchstürmten Tages gab es feinstes Sonnenunterganglicht.
Heute gehts weiter, an Barcelona vorbei, weiter in den Süden, weiter der Küste entlang, hoffentlich wieder mit Sonnenschein und ohne Wind…
…haben wir einen Campingplatz gefunden. Mitten im Wald. Umringt von Kiefern, Steinen und Eichen. Hier bleiben wir mal drei Nächte. Fast allein. Nur ein Esslinger Rentnerpärchen, ein paar Plätze weiter, geniesst mit uns das Idyll. Der längere Aufenthalt hat uns dazu motiviert unsere Einraumwohnung um ein zweites Vorzeltzimmer zu erweitern. So konnten wir uns, während Lotte bereits schlief, mal in Ruhe ein lecker Französisches Vesper bei Feuerhandschein gönnen. Was noch so passiert ist? Markt in Bellène, erstes Brioche für Lotte, Sandbaden für Max und viele Boden-und Naturstudien. Morgen geht’s weiter Richtung Spanien. Hasta pronto!
Kilometer 784 von Zuhaus. Nähe von Bellène in der Provence. Erst Regen, dann Sonnenschein mit ordentlich Wind bei 12 Grad. Neueste Lottefertigkeit: von allein in den Kniesitz. (geschrieben von Annepu)
Tag drei, zweite Etappe. Ca 580 km von zu Hause entfernt. Wir sind in Anse kurz vor den Toren Lyons. Anse, nie gehört, ansefürsich gar nicht schlecht. Für uns ideal um uns mal einen ersten Break zu gönnen. Mal durchatmen, was wir im Loskommen fast schon vergessen hatten. Mal die Gedanken sammeln, die wir uns so viele gemacht haben. Mal langsam die Bus-Hänger-Logistik optimieren, die uns unser Packeifer ein wenig durcheinander gebracht hat.
Heute hatten wie den ersten trockenen Tag, sogar mit Sonnenschein. Zwar nicht mit Affenhitze, dennoch genug um den Wohnraum des Hängerchens um drei weitere Meter, nach draussen, zu erweitern.
Vielleicht wird es gen Avignon ja sogar noch besser… Wir finden es heraus…